Karl Hofer

Installateur. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1905    † 1944

 

Lebenslauf

Karl Hofer wurde am 15.3.1905 in Wien geboren. Er arbeitete als Installateur. Bis 1934 war er Mitglied der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und des republikanischen Schutzbundes. 1934 schloss er sich der KPÖ an.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 11. 6. 1943 wurde Karl Hofer verhaftet und am 7. 3. 1944 gemeinsam mit Rudolf Bures, Josef Hoffmann, Richard Eibel, F. Eibel, Karl Kaluzik und Emmerich Zach (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 21.11.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte Hofer ist der Schwager der kommunistischen Funktionäre Dobesberger und Swoboda, über deren Tätigkeit in der illegalen KPÖ er unterrichtet war. Nach der Festnahme von Dobesberger erbot sich Hofer, dessen ­Tätigkeit für die illegale KPÖ auszuführen. Er erklärte in Gegenwart des Malik und anderer kommunistischen Funktionäre, dass er jetzt die ­Gelder der illegalen KPÖ übernehmen werde, und fügte noch warnend hinzu, dass aber nicht alle ’hergerannt‘ kommen sollten, damit nicht die Behörde aufmerksam werde.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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